|
Kinder fragen beispielsweise: “Warum ist ein Meter genau einen Meter lang?” Wissen wir Erwachsenen eigentlich alles? - Nein, wir machen uns überhaupt keine Gedanken darüber, warum das so ist und nicht anders. Aus diesem Grunde habe ich einige “Warum?”, “Was ist?”, “Wo?” und “Woher?” gesammelt und möchte sie hier beantworten. Viel Spaß!
Warum sind nicht alle Pflanzen grün? Das liegt daran, dass sich diese Pflanzen - Pilze beispielsweise - anders ernähren. Die meisten Pflanzen benötigen für ihre Ernährung Sonnenlicht und fangen dieses mit dem grünen Farbstoff ihrer Blätter ein. Pilze aber ernähren sich nicht mit Hilfe des Sonnenlichts, deshalb haben sie den grünen Farbstoff nicht. Pilze leben von dem, was andere Pflanzen vorher hergestellt haben. Deshalb wachsen Pilze z. B. oft auf alten, verfaulten Baumstämmen. Die Reste von dem, was sich der Baum früher mit seinen grünen Blättern als Nahrung geholt hat, genügt den Pilzen, um selbst zu wachsen.
Warum wird Sahne beim Schlagen steif? Sahne besteht, so wie Milch auch, vor allem aus Fett, Wasser und Milcheiweißen, nur ist ihr Fettanteil viel höher als der der Milch. Die Eiweiße umhüllen die einzelnen Fettkügelchen, so dass das Fett sich im Wasser verteilt und nicht als Fettfilm oben schwimmt (das nennt man auch eine “Öl in Wasser”-Emulsion). Was geschieht beim Sahneschlagen? Die Eiweißhülle wird an einigen Stellen zerstört und die Fettkügelchen haften aneinander. Außerdem geraten feine Luftbläschen in die Sahne, die sich auch an die Fettkügelchen hängen. Diese Verbindung macht die Sahne steif.
Warum ist ein Meter genau einen Meter lang? 1791 beschloss die französische Nationalversammlung, ein genau festgelegtes Längenmaß zu schaffen, das für alle gültig sein sollte. Nach einer 1792-98 durchgeführten Erdvermessung sollte der Meter der 10-millionste Teil eines Erdmeridians sein. 1875 unterzeichneten die ersten Staaten die Meterkonvention zur Vervollkommnung und Verbreitung der metrischen Einheiten. Der “Ur-Meter”, den man damals nach der Messung in Paris auf einen Stab geritzt hatte, weicht vom heute gültigen leicht ab. Nach modernsten Messungen ist ein Meter die Länge der Strecke, die das Licht im Vakuum während einer 299 792 458stel Sekunde zurücklegt.
Warum singen Vögel? Nur männliche Vögel singen. Sie tun dies, um auf sich aufmerksam zu machen und um somit männliche Artgenossen aus ihrem Revier zu vertreiben. Deshalb ist der Vogelgesang vor allem in den Balzzeiten, also vom Frühjahr bis in den Spätsommer, zu hören. Im Gesang der Vögel steckt die Botschaft an ihre Konkurrenten, dass der Sänger schöner, größer, stärker als die anderen männlichen Artgenossen, die nur schwächliche Waschlappen sind. Der schöne Vogelgesang ist biologisch betrachtet nichts anderes als nackter Konkurrenzkampf und Arterhaltung.
Warum kennen sich Küken beim Schlüpfen? Zwei bis drei Tage bevor die Küken aus ihren Eiern schlüpfen, beginnen die Kleinen schon zu piepsen. Durch das Piepsen wird ihrer Mutter signalisiert, wann sie gewärmt oder gedreht werden wollen. Die Henne reagiert auf die Wünsche ihrer Kinder, damit sie sich wohl fühlen. Aber nicht nur mit ihrer Mutter, sondern auch untereinander, kommunizieren die Küken, und so lernen sie sich kennen, bevor sie geschlüpft sind.
Warum färbt man Ostereier? Das Ei gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und der Entstehung neuen Lebens. In China sollen anlässlich des Frühlingsfestes bereits vor 5000 Jahren Eier gefärbt worden sein. Im Christentum ist das Ei Symbol der Auferstehung. Im 4. Jh. n. Chr. sind auch bunt bemalte Eier als Grabbeigaben bezeugt. Dass man diese symbolträchtige Speise auch heute noch verziert und verzehrt, hat einen pragmatischen Hintergrund: Die Kirche verbot einst den Eierkonsum zur Fastenzeit. Da aber die Hühner trotzdem weiter Eier legten, wurden die Eier im Mittelalter zur Konservierung gleich gekocht. So kamen recht viele Eier zusammen, die man sich an Ostern großzügig gegenseitig schenkte.
Woher stammt das Huhn? Alle unsere Haushühner, ob weiß oder braun, haben einen gemeinsamen Urahn, das Bankivahuhn. Dieses urtümliche Tier gibt es bis heute. Es lebt, so wie vor Jahrtausenden, im asiatischen Dschungel. Als Bauer unserer Zeit hätte man allerdings mit diesen Urtieren wenig Freude. Und das hat gleich mehrere Gründe. Diese Vögel sind sehr kampflustig und muskulös. Auch haben sie keinen Respekt vor meterhohen Zäunen, die überwinden sie schnell, denn sie sind - im Gegensatz zu ihren Zeitgenossen hier in Mitteleuropa - sehr gute Flieger. Schlecht sind diese Hühner allerdings in Sachen Legeleistung. Die Bankivahühner legen selten mehr als acht Eier - pro Jahr allerdings. Das ist sehr wenig im Gegensatz zu den Hennen, die es heute auf manchem Bauernhof auf eine derartige Wochenleistung bringen.
Wo schlafen die Fische? Schlafende Tiere und auch Menschen erkennt man daran, dass sie ihre Augenlider geschlossen halten. Fische aber haben keine Augenlider. Deshalb sind die Fischaugen immer geöffnet. Einen richtig festen Schlaf wie bei uns gibt es für Fische nicht. Einige Fische sind aber nachts ruhiger und schweben nur ganz langsam fast wie schlafend durchs Wasser. Dies kann aber kein tiefer Schlaf sein, denn bei der kleinsten Störung sind sie sofort wach und beginnen, mit oder gegen die Strömung zu schwimmen.
Was ist ein Babystern? Die jüngsten Sterne in unserer Galaxis sind erst einige Tage alt. Alle zwei Wochen ballt sich irgendwo in der Milchstraße, also in dem gesamten Sternengebiet, zu dem auch unsere Sonne gehört, kosmisches Material, von Wissenschaftlern Materie genannt, zusammen. Dabei ist diese kosmische Materie dann so dicht, dass ein neuer Stern am Himmel erscheint, ein Babystern sozusagen. Allerdings ist so ein gerade geborener Stern für die Astronomen, die Beobachter des Himmels, schwer auszumachen unter den Millionen anderen. Besser als die Geburt eines Sterns kann man sein Ende beobachten. Am Ende der Sternenzeit, oft nach Millionen von Jahren, flammen manche Sterne wie bei einer Explosion nochmals auf und leuchten dann sehr hell. Das nennen die Wissenschaftler Supermova. Dabei verschwenden sie alle Energie, überstrahlen alle Nachbarn und verlöschen danach für immer.
Was bedeutet: “Verschwunden im Bermudadreieck? Das Bermudadreieck liegt im Nordatlantik - zwischen den Bermudas, Puerto Rico und Florida. Schiffe und Flugzeuge verschwinden in diesem Gebiet auf mysteriöse Art und Weise. Von Schiffen wurden die etwa 300 kleinen Bermuda-Inseln jahrhundertelang gemieden. Es gab und gibt die größten Schauermärchen. Schon damals, so erzählten sich die Seeleute - mit und ohne Übertreibung - sollen in diesem Gebiet die seltsamsten Dinge passiert sein. Selbst in der Zeit, in der es schon einfacher war, schnell Nachrichten zu übermitteln, gab es ungelöste Fälle. So verschwanden in dem Gebiet von 1800 bis 1945 neun Schiffe unter ungeklärten Umständen und ohne Notsignale zu senden. Einige fand man später zwar wieder, aber sie waren nicht nur stark beschädigt, sondern auch völlig menschenleer. Auch Passagiere von Flugzeugen erzählen von unglaublichen Geschehnissen beim Überfliegen des Gebietes, beispielsweise falsch gehenden Uhren. Die Rätsel sind bis heute nicht gelöst, es fehlen wissenschaftlich Erklärungen. Manche glauben an Außerirdische, die Schiffe und Flugzeuge entführen oder an sogenannte Zeitlöcher. Wissenschaftler sprechen von ungeklärten magnetischen Strömen.
Wer erfand die Klarsichtfolie? Als der Schweizer Ingenieur Jacques Brandenberger einmal abends zum Essen in ein Restaurant ging, sah er, wie jemand am Nachbartisch eine Flasche Wein umstieß. Die Tischdecke war ruiniert. “Man müsste da mal etwas erfinden”, dachte Brandenberger sofort bei sich,” womit sich Stoffe unempfindlich gegen Schmutz machen lassen”. Und er begann zu forschen. Mit allerlei chemischen Verbindungen experimentierte er herum. Unter anderem versuchte er, die Textilien mit Viskose zu beschichten. Das ist eine Kunstfaser, die aus Holzresten gewonnen wird. Damit wurde zwar jedes Tischtuch super schmutzabweisend, aber leider auch bretthart. “Wieder nichts”, stellte Brandenberger enttäuscht fest. Doch dann bemerkte er, dass sich die Viskosebeschichtung als hauchdünner Film vom Stoff wieder abziehen ließ. Schnell erkannte der Ingenieur, dass sich mit dieser Folie einiges würde anstellen lassen; 1908 war die erste Maschine fertig, die Klarsichtfolie produzieren konnte!
Warum wachsen unter Walnussbäumen keine anderen Pflanzen? Walnussbäume dulden keine Konkurrenz. Sie sorgen mit einem Gift, das über Blätter und Wurzeln abgeschieden und mit dem Regenwasser in den Boden gespült wird dafür, dass Pflanzen, die in der Umgebung wachsen, absterben oder in ihrer Entwicklung gehemmt werden. So schützen sie sich an ihrem Standort vor Konkurrenten, die ihnen den Lebensraum und die Nährstoffe abspenstig machen könnten.
Warum wachen Tiere im Winterschlaf auf? Alle winterschlafenden Säugetiere wachen etwa einmal pro Woche für zwölf bis 16 Stunden auf und heizen ihren Körper auf Normaltemperatur auf. Lange war der Zweck dieser Schlafpausen ungeklärt. Jetzt kamen Forscher dem Sinn auf die Spur: die Schlafpausen dienen in erster Linie der Abwehr von Krankheitserregern. Auch während des Winterschlafes ist das Immunsystem der Tiere bedroht. Um gegen die “Feinde” ankämpfen zu können, erwachen die Tiere wöchentlich. Wenn es diesen Mechanismus nicht geben würde, wären die Tiere Parasiten und Infektionen zu lange ausgeliefert und aus dem Winterschlaf könnte im schlimmsten Fall ein ewiger Schlaf werden bzw. wären die Tiere beim Erwachen sehr krank.
Wer hat eigentlich den Staubsauger erfunden? Der Staubsauger gehört noch gar nicht so lange zu den selbstverständlichen Haushaltsgegenständen. Zunehmender Wohlstand ermöglichte es immer mehr Menschen, sich Teppiche in die Wohnung zu legen. Diese mussten aber noch lange mühsam und kräftezehrend per Teppichklopfer gereinigt werden. Der erste Vakuum Cleaner wurde 1901 - also vor gut 100 Jahren - von dem britischen Ingenieur Cecil Booth zum Patent angemeldet. Die ersten Staubsauger waren übrigens so groß, dass sie noch die ganze Ladefläche von Fuhrwerken füllten. Das kam daher, dass diese Geräte noch nicht mit Gebläsen, sondern mit Pumpen arbeiteten.
Wer erfand eigentlich das Streichholz? Gut, dass John Walker nicht auf seine Eltern gehört hat. Dann wäre er vielleicht ein guter Arzt geworden, aber wahrscheinlich nicht reich und berühmt. So aber beschloss er nach seiner Ausbildung bei einem Chirurgen, endlich zu machen, worauf er eigentlich Lust hatte. Er eröffnete eine Apotheke im nordenglischen Stockton On Tree. Neben den üblichen Pillen und Tinkturen rührte er auch Sonderwünsche an, z. B. versorgte er mit Mischungen aus feuergefährlichen Chemikalien den Waffenschmied. Als er mal wieder mit Schwefel und Kaliumverbindungen zugange war, geschah allerdings etwas Ungeplantes: Vom zähen Brei in Walkers Topf hatte sich am Rührstock ein Klumpen abgesetzt. Den versuchte er nun am rauen Fußboden abzustreifen - worauf die Pampe durch die Reibung einfach in Flammen aufging! John Walker zuckte zusammen. Was war das? Doch während ihm noch die Knie zitterten, dachte er schon weiter. Was sich damit alles anstellen ließe! Feuer machen wo und wann man wollte. Toll! In den folgenden Wochen experimentierte er weiter - und im April 1827 präsentierte er seine Streichhölzer, 100 Stück für einen Schilling. Nach einer Schätzung werden heute jedes Jahr sechs Billionen Zündhölzer verbrannt. Aneinander gelegt reichen die fast einmal zur Sonne und zurück!
Warum nicken Tauben beim Gehen mit dem Kopf? Das Vorschnellen des Kopfes hängt mit der visuellen Wahrnehmung der Tiere zusammen. Alle Lebewesen müssen beim Sehen ein möglichst stabiles Bild auf die Netzhaut projizieren. Sie blicken starr auf einen Punkt, und sobald der aus ihrem Blickfeld verschwindet, bewegt sich der Kopf, um den nächsten Punkt zu fixieren. Dies geht auch so, wenn wir etwa im fahrenden Zug versuchen, Masten zu zählen. Die Beweglichkeit der Taubenaugen ist sehr eingeschränkt, so dass die Taube beim Gehen das sich verschiebende Bild nicht lange mit den Augen ausgleichen kann. Deshalb ruckt ihr Kopf bei jedem Schritt nach vorn.
schon gewusst, dass ... ... das Herz eines Tieres um so rascher schlägt, je kleiner das Tier ist? So schlägt das Herz eines Wals (Körpermasse bis zu 150 Tonnen) siebenmal pro Minute, das des Elefanten (Körpermasse bis zu drei Tonnen) 46 Mal, das der Meise (etwa acht Gramm) 1200 Mal pro Minute.
... Fledermäuse von November bis April Winterschlaf halten? Dabei sparen sie auf eine für Säugetiere einzigartige Weise Energie. Die Körpertemperatur wird während des Tiefschlafes auf bis zu -10 Grad Celsius (je nach Art) abgesenkt. Jetzt nehmen die Tiere nur noch akut lebensbedrohliche Reize wahr. Dies führt dann innerhalb einer Stunde zur Erhöhung der Körpertemperatur auf die normalen 38 Grad Celsius und damit zur vollen Aktivität. Fünf- bis sechsmalige Wecken aus dem Winterschlaf kann die Fledermaus so viel Energie kosten, dass sie im Frühjahr nur noch schwer erwacht!
... dass Samen Tausende von Jahren keimfähig bleiben können? Allerdings ist das von Art zu Art sehr unterschiedlich. Es ist bekannt, dass Samen der Arktischen Lupine schon 10 000 Jahre alt waren und noch keimten und eine Dattelpalme, die seit der Kreuzritterzeit als verschollen galt, noch nach 2000 Jahren ihre Keimfähigkeit besaß. Auch Lotosblumensamen keimten noach nach 3000 Jahren.
|
|